Für eine FREIe HEIDe - die offizielle WebSite der BI

Am 23. August 1992 gründete sich die Bürgerinitiative (BI) FREIe HEIDe in Schweinrich.

Ihr Ziel ist seitdem die zivile Nutzung des ehemaligen sowjetischen Bombodroms, das im Kalten Krieg nordwestlich von Berlin errichtet wurde. Das Areal hat eine Größe von 142 qkm und liegt in der Kyritz-Ruppiner Heide in Nordbrandenburg.

Seit dem Sommer 1992 beansprucht die Bundeswehr dieses Gelände der ehemaligen Besatzungsmacht und plante dort in der Nachfolge der Roten Armee, die Heide ebenso als Bombenabwurfplatz zu nutzen.

Der Widerstand gegen dieses Vorhaben wuchs im Laufe der Jahre immer mehr, so daß sich Brandenburger, Berliner, Mecklenburger, aber auch Menschen aus dem ganzen Land zu einer großen Bürgerbewegung zusammenfanden. Auch die Kommunen, Landkreise und drei Bundesländer sprachen sich gegen das Bombodrom aus.

Die FREIe HEIDe ist inzwischen ein Symbol für kreativen, friedlichen Protest. 17 Jahre lang fanden an den Ostersonntagen in Fretzdorf oft deutschlandweit die größten Ostermarsch-Aktionen statt. Die Veranstaltungen (insbesondere 113 Protestwanderungen) zählten insgesamt mehr als 350.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die über die Jahre kontinuierlich auf das Problem aufmerksam machten.

15 Jahre währten die rechtlichen Auseinandersetzungen, die Bundeswehr verlor einen Prozeß nach dem anderen. Die letzte Niederlage am 27. März 2009 vor dem OVG Berlin-Brandenburg war so gravierend, dass das Verteidigungsministerium endlich die Aussichtslosigkeit ihres Vorhabens begriff und der Verteidigungsminister am 09. Juli 2009 den Verzicht auf den Luft-Boden-Schießplatz verkündete. Dieses Ereignis feierte die Bürgerinitiative am 23. August 2009 im Gründungsort Schweinrich (siehe Bild oben – Mitglieder der BI).

Am 21. April 2010 erfolgte der endgültige Verzicht auf eine militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide.

Die Region hat eine "Kommunale Arbeitsgemeinschaft Kyritz-Ruppiner Heide" gegründet, um die künftige Entwicklung und Gestaltung des Platzes gemeinsam zu planen.

Nach fast 18 Jahren Bürgerbewegung ist es gelungen: Das Bombodrom wird wieder der friedlichen Nutzung zugeführt!